Die Babyboxen wurden bereits im 12. Jahrhundert von einem kirchlichen Würdenträger auf dem Gebiet des heutigen Italiens eingeführt. Technisch gesehen handelte es sich um einen Ort (vor allem in Klöstern), an dem eine Mutter ihr Kind abgeben konnte, wenn sie nicht in der Lage war, es zu ernähren. Solche Kinder wurden als Fundkinder geführt. Schon damals beschäftigte sich jemand mit dem Gedanken, dass dies eine Möglichkeit sei, Frauen die Chance zu geben, ihre schwierige Lebenssituation zu bewältigen, und Kindern, die sonst wahrscheinlich gestorben wären, eine Chance auf Leben zu bieten.
Um das Jahr 2000 herum tauchten moderne Babyboxen in der uns bekannten Form in mehreren europäischen Ländern auf.
Wie es bei uns üblich ist, müssen wir alles noch komplizierter machen, als es ohnehin schon ist, sodass der Weg zur ersten tschechischen Babyklappe für den Hauptinitiator Ludvík Hess wirklich dornig war. Das Gesundheitsministerium war grundsätzlich dagegen. Jeder versuchte, sich mit diesem Thema zu profilieren. Die Gegner wiesen auf die Verletzungsgefahr für das Neugeborene nach dem Einlegen in die Box hin und beriefen sich auf das Recht des Kindes, seine leiblichen Eltern zu kennen und bei ihnen aufzuwachsen. Sie argumentierten, dass Frauen doch andere Möglichkeiten hätten, ein ungewolltes Kind abzugeben. Herr Hess brauchte wirklich sehr lange, um zu erklären, dass die Babybox vor allem für Frauen gedacht ist, die nicht den Willen haben, mit den Behörden zu verhandeln, sich nicht irgendwo präsentieren und vor Gericht stellen lassen wollen. Schließlich siegte die Vernunft, und die erste Babybox war auf der Welt, wenn auch aus privaten Mitteln finanziert.
Heute ist die Situation glücklicherweise anders, und wir haben bereits 76 Babyklappen, und es werden weitere entstehen. Auch die Konstruktion der Babyklappe selbst wurde verbessert, damit das Kind maximalen Komfort und Sicherheit hat. Sie verfügt über eine automatische Türschließung, und eine Lichtschranke sorgt dafür, dass die Tür dem Kind keine Gliedmaßen verletzt. Die Box verfügt über Heizung und Klimaanlage sowie weitere Ausstattungsmerkmale.
Dank dieser Boxen konnten in vierzehn Jahren 192 Kinder gerettet werden. 192 Kinder, die sonst am Boden einer Mülltonne oder in einem Straßengraben gelandet wären.
Wer kann da noch daran zweifeln, dass dies die richtige Entscheidung ist?